mehr Sicherheit durch richtige Schuhe bei der Arbeit
Arbeits- und Sicherheitsschuhe galten früher als lästiges, aber notwendiges Übel. Man vergaß sie gerne einmal und zog stattdessen gewöhnliche Boots an – vor allem, wenn man als selbständiger Handwerker arbeitete. Das aber kann versicherungstechnische Konsequenzen haben, wenn es zum Unfall kommt. Das moderne Arbeitsleben bietet vielfältige Beispiele dafür, dass korrekte Sicherheitsschuhe die bessere Wahl gewesen wären.
Der richtige Schuh für den Job
Da Berufs- und Arbeitsschuhe in ganz verschiedenen Berufsfeldern nötig werden, werden auch ganz verschiedene Ansprüche an sie gestellt. Auch deswegen hat man die Arbeitsschuhe nach Sicherheitsklassen aufgeteilt. Gabelstaplerfahrer tragen aufgrund ihrer unterschiedlichen Berufsrisiken andere Sicherheitsschuhe als Feuerwehrmänner, Krankenschwestern, Chemielaboranten oder Schweißer. Heute dürfen die Berufsschuhe zum Teil auch modischen Aspekten genügen – wichtig sind aber die vorgeschriebenen Leistungen, die sie erbringen. Die Standard- oder Allroundmodelle sind mit Schutzkappen im Zehenbereich ausgerüstet. Sie besitzen eine rutschfeste, gummierte Sohle und entsprechen den Grundanforderungen an Sicherheit. Zusatzanforderungen können beispielsweise antistatische oder leitfähige Sohlen sein. Andere Modelle gewähren Durchtrittsicherheit durch Zwischensohlen aus High-Tech Materialien, bieten besondere Kälte- oder Hitze-Isolierung oder beachten die Energieaufnahme an der Ferse. In manchen Berufsfeldern müssen die Sicherheitsschuhe eine öl- und benzinresistente Sohle aufweisen oder auf bestimmten Bodenarten rutschfest sein. Der Wasserdurchtritt am Schuhkorpus kann verhindert werden oder bei Wärmekontakt verhält der Schuh sich auf eine bestimmte Weise.
Warum sind Arbeitsschuhe nach Sicherheitsklassen geordnet?
Das praktische daran ist, dass man sich bei der jeweiligen Berufsgenossenschaft erkundigen kann, welche Vorschriften es im eigenen Beruf gibt. Jede besondere Eigenschaft an einem Berufsschuh wird mit einem Buchstaben gekennzeichnet. So steht beispielsweise P für Durchtrittsicherheit, A für antistatische Schuhe oder HI für eine besondere Wärmeisolierung. Außerdem müssen Berufsschuhe mit so genannten CE-Kennzeichnungen versehen werden. CE steht für die Normen der Europäischen Gemeinschaft. Hinter der Bezeichnung S3 FHB 839-60 verbergen sich hitzebeständige Sicherheitsschuhe für Dachdecker mit Sicherheitskappe und rutschhemmender, durchtrittsicherer Sohle. Die heutigen Verbundmaterialien und Verarbeitungstechniken erlauben den Herstellern, modische Aspekte und Sicherheitsvorschriften unter einen Hut zu bringen. So kommt es, dass die traditionellen Dachdeckerschuhe mit seitlichen Schnallen und den typischen Autoreifensohlen, die zur Standesbekleidung gehören, qualitativ in keine Sicherheitsklasse eingeordnet werden können. Die modernen Schuhversionen für Dachdecker sind viel besser und schützen den Fuß sinnvoller.
Safety always comes first!
Niemand möchte riskieren, dass ihm ein herabstürzender Stahlträger auf die nicht vorschriftsmäßig geschützten Füße fällt oder sich beim Umkippen einer Palette eine Chemikalie über den falschen Schuh ergießt. Dies aber kann in Arbeitsbereichen passieren, wo es keine Vorschriften gibt oder wo diese nicht durch irgendeine Instanz überwacht werden. Wer sein Dach selber deckt oder sein Haus mit Hilfe eines Gerüstes von außen isoliert, sollte ebenfalls Sicherheitsschuhe tragen. Oft wird dies aber vernachlässigt. Sicherheit kommt immer zuerst – und die Füße sollen einen schließlich durch ein ganzes Leben tragen. Jeder Hobby-Handwerker sollte zumindest ein paar Allround-Berufsschuhe mit Stahlkappe und rutschhemmender Sohle besitzen. Wer sich nicht mit den Bezeichnungen auskennt, die Arbeitsschuhe nach Sicherheitsklassen klassifizieren, kann sich in der Wikipedia oder anderen Onlinequellen schlau machen.
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